Mandolinenverein Treis begeistert
(mit freundlicher Genehmigung aus dem Gießener Anzeiger am 27.10.2025)
Staufenberg (tw). Mit einem festlichen Jubiläumskonzert in der Daubringer Kirche feierte der Mandolinenverein Treis/Lumda sein 100-jähriges Bestehen. Für die 120 Besucher gab es noch vor Konzertbeginn zum Prosit auf das Jubiläum einen Willkommens-Sekt.
21 Musikerinnen und Musiker des Mittelhessenorchesters Treis und Nauborn unter der Leitung von Andreas Gerhard sowie das von Carmen und Jürgen Thiergärtner geleitete Zupfensemble Spätlese Hessen präsentierten ein abwechslungsreiches Programm, das von klassischen Mandolinenstücken bis hin zu Filmmusik und Popklassikern reichte. Als "Hausherr begrüßte Pfarrer Traugott Stein die Konzertbesucher und gratulierte dem Mandolinenverein seitens der Kirchengemeinde Kirchberg. Auch bei der Kirche gebe es Zusammenschlüsse, wünschte er allen ein wunderbares Konzert.

Mittelhessenorchester Oktober 2025 - Zupforchester Wetzlar-Nauborn & Treis (Foto: Hans-Peter Jung)
Yorgos Andreou - To Limani Nichta
G. Gunsenheimer - Sonate Nr.3 für B-Saxofon
Dirigent und musikalischer Leiter Andreas Gerhard, der auch das Programm geleitete, unterstrich in seinen Begrüßungsworten, dass an diesem Nachmittag 100 Jahre Musik gefeiert würden. "Wir haben heute Nachmittag bis in den Abend hinein ein abwechslungsreiches Konzert vor uns, das einen kleinen Querschnitt durch all das bietet, was ein Zupforchester heute alles kann. Viele Stücke werden Ihnen bekannt vorkommen, manche sind echte Klassiker, andere vielleicht neue Entdeckungen." Seit seiner Gründung 1925 habe sich das Orchester bis zum heutigen Tag stetig weiterentwickelt, so Gerhard. In Kooperation mit dem Nauborner Zupforchester musizierten Mandolinen-, Mandolen-, Gitarren- und Kontrabassspieler miteinander, unterstützt durch Soloinstrumente und Percussion.
Den ersten Programmteil gestaltete das Jubiläumsorchester, das mit "Poesia Alpestre" des italienischen Komponisten Simone Salvetti gleich zu Gipfeln aufbrach. Wie der deutsche Name "Alpenpoesie" verrÄt, malte dieses Werk musikalische Bilder aus der Bergwelt – mal ruhig und nachdenklich wie ein stiller Morgen in den Alpen, mal lebendig wie das Spiel von Wind und Sonne &uumL;ber den Gipfeln. Ein Stück voller Stimmung, Weite und Harmonie, dem sodann mit der "Sonate Nr. 3 für B-Saxofon" von Günter Gunsenheimer ein Werk folgte, das klassische Formen mit modernen Klängen verbindet und bei dem Manfred Klein als Saxophonsolist brillierte. Es folgte ein Ausflug in einen griechischen Hafen mit "To Limani Nichta – Der Hafen bei Nacht". Mit "Herr der Ringe" von Howard Shore ging es über in die Klangwelten der bekannten Filmreihe. Mit einem Tophit der Bee Gees, "How Deep Is Your Love", und dem Filmhit-Klassiker "Once Upon a Time in the West" von Ennio Morricone mit Mundharmonikaklängen von Otmar Schuster folgte zum Ausklang des ersten Teils mit "Rumba" von Dieter Kreidler ein Stück, das rhythmische Energie und tänzerische Leichtigkeit mit dem typischen südamerikanischen Flair dieses Tanzes verbindet.
Nach einer kurzen Pause übernahm das Zupfensemble Spätlese Hessen den zweiten Teil mit Werken aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen. So brachten die Musiker mit "Sinfonia à 4 in G-Dur" von Matthias Georg Monn ein Werk des frühen Barock, das durch seine klare Form und feine Melodieführung besticht, zu Gehör. Es folgte mit "Madrugada Llanera" ein Werk von Juan Vicente Torrealba, in dem dieser in warmen, fließenden Klängen die Atmosphäre der venezolanischen Landschaft einfängt. Mit "Lisboa dos Apaixonados" des japanischen Komponisten Takashi Yuasa ging die musikalische Reise weiter nach Portugal. Eine musikalische Botschaft voller Optimismus und Gemeinschaftsgeist war mit "We have a dream" von Jürgen Thiergärtner zu hören. Den festlichen Abschluss bildete "Skabbalabaster" von Christopher Grafschmidt, bei dem Zupfensemble und Mittelhessenorchester gemeinsam auftraten. Mit seinem kraftvollen Klang und der rhythmischen Vielfalt sorgte das Werk für einen eindrucksvollen, energiegeladenen Schlusspunkt des fulminanten Konzerts.
Festliches Jubiläumskonzert
(mit freundlicher Genehmigung aus der Gießener Allgemeine am 01.10.2025)
Staufenberg (pm). Ein ganz besonderes Jubiläum steht bevor: Der Mandolinenverein Treis/Lumda feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Am Sonntag, 26. Oktober, wird dieses historische Ereignis mit einem großen Jubiläumskonzert in der Kirche in Daubringen gefeiert. Beginn ist um 16 Uhr, der Eintritt ist frei. Bereits seit Wochen laufen die Proben auf Hochtouren.
Über 20 Musikerinnen und Musiker bereiten sich derzeizt intensiv auf das Konzert vor, bei dem neben Mandolinen auch Mandolen, Gitarren, Kontrabass und Percussion zum Einsatz kommen. Das Orchester steht unter der Leitung des jungen Dirigenten Andreas Gerhard, der dem traditionsreichen Verein frischen Schwung verleiht. Das Jubiläumskonzert wird in Kooperation mit dem Nauborner Zupforchester gestaltet. Als musikalischer Höhepunkt ist Saxophonist Manfred Klein als Solist zu hören. Den zweiten Teil des Konzerts übernimmt das Hessische Zupfensemble "Spätlese", das unter der Leitung von Carmen und Jürgen Thiergärtner steht. Das Programm verspricht eine abwechslungsreiche Mischung aus bekannten und beliebten Stücken.
Fahrdienst wird angeboten
Ein besonderes Anliegen des Vereins ist es, das Konzert für alle Interessierten zugänglich zu machen. Deshalb wird bei Bedarf ein Fahrdienst von Treis nach Daubringen angeboten. Wer diesen in Anspruch nehmen möchte, wird gebeten, sich bis spätestens Montag, 20. Oktober, unter der Telefonnummer 0176 / 54406803 bei Susanne Kriep anzumelden.
Musik als verbindendes Element
(mit freundlicher Genehmigung aus der Gießener Allgemeine am 13.05.2025)
Staufenberg (vh). Vogelgezwitscher gehört gerade im Frühjahr mit dazu wie das Grünwerden der Natur. Dass um die vorvorige Jahrhundertwende Vögel auch wanderten, war schon etwas Einmaliges. Die sogenannte Wandervogelbewegung jedenfalls galt als ein Lebensstil mit dem Wunsch, die Natur singend und mit Zupfinstrumenten wie Laute, Gitarre und Mandoline zu durchstreifen.

Mittelhessenorchester Mai 2025 - Zupforchester Wetzlar-Nauborn & Treis (Foto: Edmund Räther)
Eine solche Spielgruppe aus Westfalen zog Anfang der 20er Jahre auch durch Treis. Einige Jungs der Dorfjugend im Alter von 15 bis 18 Jahren waren davon hellauf begeistert. So gründeten Heinrich Wilhelm Kehr, Heinrich Nuhn, Heinrich Hofmann, Ludwig Rabenau, Ludwig Heinrich Klein und Fritz Krug 1925 den Mandolinenverein Treis/Lumda. 100 Jahre später hat sich das Gemeinschaftsorchester des Mandolinenvereins 1924 Nauborn und des Mandolinenvereins 1925 Treis im Begegnungszentrum Bing vor dem zahlreichen Publikum eingefunden, um das große Jubiläum mit einem Rückblick der Vereinsvorsitzenden Susanne Kriep, mit Grußworten und einem Querschnitt des musikalischen Repertoires gebührend zu feiern.
Dirigent Andreas Gerhard überbrachte die Glückwünsche des Bundes Deutscher Zupfmusiker, schwang den Taktstock und fand deutliche Worte, etwa zur Vereinnahmung der Zupfmusik durch die Nationalsozialisten. Aufgrund der politischen Entwicklungen musste die Vereinstätigkeit 1933 eingeschränkt werden. Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges kam sie schließlich zum Erliegen. 1947 ging es wieder weiter.
Gerhard weiter: "Zupfmusik ist Laienmusik auf hohem Niveau." Ein Zupforchester als solches bringe Menschen zusammen und mittlerweile eine Reihe von Instrumenten wie Mandoline, Mandola, Gitarre, E-Gitarre, Kontrabass, Schlagzeug, Percussion oder Akkordeon. Die UNESCO zähle solche Musik zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Gerhard schloss: "Musik ist angewandte Kulturpolitik."
Bürgermeister Peter Gefeller ging auf die Vision ein, die junge Menschen vor 100 Jahren gehabt hätten. Aus ihrer Leidenschaft habe sich ein fester Bestandteil des Dorflebens ergeben. "Ich wünsche euch eine klangvolle Zukunft."
Reiner Klein, Vorsitzender des Vereins "Gemeinsam statt einsam ean Träs", überbrachte die Glückwünsche der Ortsvereine. Zur Gründungszeit in den 20er Jahren habe auch der Jazz Fahrt aufgenommen und die Comedian Harmonists. Zupfmusik habe in den Pariser Salon zum guten Ton gehört. Die Suche nach Harmonie in der Musik könne doch einfach in den Alltag übertragen werden, so Klein. Jeder Musiker bringe nicht nur das Instrument, sondern auch ein stückweit die eigene Seele mit ein.
Gerhard dirigierte den "Earth Song" von Michael Jackson, den "Walzer Nummer 2" von Dmitri Schostakowitsch, "How deep is your love" von den Bee Gees, "To limani nichta" von Giorgos Andreou und "Poesia Alpestre" von Simone Salvetti.
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